Mein Hamam-Besuch: Schaum, Dampf und Entspannung pur
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Mein Hamam-Besuch: Schaum, Dampf und Entspannung pur

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Anne Karayiğit

18 Jan Mein Hamam-Besuch: Schaum, Dampf und Entspannung pur

Wenn ihr nur in die Türkei kommt, um euch zu entspannen, solltet ihr euch eine Sache nicht entgehen lassen – einen Besuch im Hamam, dem türkischen Dampfbad!

Das Hamam oder das türkische Bad, welches aus dem osmanischen Zeitalter stammt, ist bis heute ein integraler Bestandteil der türkischen Kultur und ermöglichte es Frauen einst, sich zum ersten Mal an öffentlichen Orten zu treffen. Während Männer alleine badeten, versammelten sich Frauen in Gruppen und machten das Ritual zu einem besonderen Anlass, indem sie oft Partys oder sogar die frühen Vorläufer eines Junggesellinnenabschieds in den Bädern abhielten. Heutzutage haben die meisten großen Städte ein Hamam und auch die meisten Hotels in der Türkei bieten diesen Service an.

Hamam TUI Blue Spa

Blick in ein Hamam in einem TUI BLUE Hotel

So haben beispielsweise alle drei TUI BLUE Hotels in der Türkei ein Hamam, darunter selbstverständlich auch das TUI BLUE Marmaris. Wenn ihr eurer Haut und eurer Bräune im Wettrennen mit der Sonne etwas Gutes tun möchtet, dann solltet ihr unbedingt das BLUE Spa ausprobieren!

Ich habe den Besuch des Hamams im Laufe der Jahre viele Male genossen; jedes Mal bringt neue Erinnerungen mit sich und meine letzte Erfahrung ist ohne Zweifel eine der besten, die ich seit langem hatte.

Dresscode im Hamam

Obwohl völlige Nacktheit im Hamam nicht erlaubt ist; Frauen – tragt einen Bikini oder eure Unterwäsche und Männer – Unterhosen oder Badeshorts, seid darauf vorbereitet, oben ohne zu enden! Es macht darüber hinaus absolut keinen Sinn, Make-up zu tragen, denn im Bad wird sowieso alles abgewaschen.

Traditionell nutzen Männer und Frauen das Hamam zu unterschiedlichen Zeiten, aber in vielen Hotels ist es mittlerweile möglich, eine private Sitzung zu buchen, damit Paare das Erlebnis gemeinsam genießen können.

hamam atmosphaere

Sieht einladend aus, oder?

Kaum im Hamam angekommen, werde ich zu meiner Umkleidekabine geführt, wo ich meine Anzieh- und Wertsachen verstaue, und erhalte ein Tuch, genannt Peştemal, das ich um meine Taille binden kann. Diese dünnen und sehr saugfähigen Tücher werden aus handgewebter Baumwolle hergestellt und sind in den letzten Jahren aufgrund ihrer geringen Größe eine modische Alternative zum Handtuch geworden, auch in Europa.

Hamam-Ritual

Als Gruppe von Frauen werden wir von unseren weiblichen Begleitern geführt – den Tellak, durch den Camekan – die Haupteingangshalle, zum Hamam. Es ist angenehm warm und alles ist mit grauem Marmor ausgekleidet, der sich ebenfalls angenehm warm anfühlt. In der Mitte liegt der massive Göbek taşı – oder Bauchstein – eine riesige, von unten erhitzte Marmorplatte, auf der wir bald liegen werden.

Die Tellaks lassen uns für ein paar Minuten alleine, damit unsere Haut in der feuchten, warmen Luft weich wird. Um den Rand des kuppelförmigen überdachten Raumes herum befinden sich Becken, die in massive Marmorbrocken gearbeitet wurden, aus ihren altertümlichen anmutenden Wasserhähnen läuft konstant warmes Wasser. Es ist sehr schwierig, hier drin zu fotografieren, da meine Kamera sofort beschlägt. Wollt ihr das Erlebnis gerne festhalten, empfehle ich euch, eine wasserdichte Action-Kamera mitzubringen. Aber eigentlich solltet ihr hier lieber abschalten, im wahrsten Sinne des Wortes.

hamam bauchstein

Alles ist bereits perfekt vorbereitet!

Die Tellaks kehren zurück und deuten uns, dass wir uns auf den Bauchstein legen sollen. Ich und meine Begleiterinnen liegen mit dem Gesicht nach oben und durch den Dunst scheinen die Lichter an der Decke, als wären sie winzige Sterne, die durch die Wolken funkeln. Mein Körper wird jetzt immer wieder mit wohlig warmem Wasser übergossen, das mit handgefertigten Kupferschalen aus den Marmorspülbecken geschöpft wird.

Anschließend beginnt die sogenannte „Kese“. Kese ist der raue Handschuh, mit dem die Tellaks, die abgestorbenen Hautzellen von der Haut lösen. Die Tellak schrubbt mich rigoros von Kopf bis Fuß mit ihrem Handschuh, der sich wie Sandpapier anfühlt. Ich sehe wie langsam kleine brauen Röllchen toter Haut von mir abfallen und bin ein wenig verlegen. Ein kurzer Blick in die Runde zeige allerdings, dass es nicht nur mir so geht. Wir lachen unisono, die Tellaks schließen sich an und der Klang hallt noch lange in dem nebligen Raum nach.

hamam becken

Die Kupferschale wartet auf ihren Einsatz.

Nach einer schnellen Spülung mit dem herrlich warmen Wasser ist der Stein für den nächsten Schritt wieder sauber.

Schaumbad im Hamam

Habt ihr schon einmal einen dieser Comedy-Filme gesehen, bei denen zu viel Waschmittel in die Waschmaschine gegeben wird und kurze Zeit später der ganze Raum voller Schaum ist? Das ist es, was in der nächsten Phase meiner Hamam-Erfahrung passiert. Unsere Tellaks produzieren Schaum in einem großen, mit Seife gefüllten Kupfereimer. Im Anschluss befüllen sie mit einem geschickten Handgriff etwas, das aussieht wie ein Kissenbezug und Sekunden später bin ich von oben bis unten mit Schaum bedeckt, nur mein Kopf ragt heraus. Die schäumenden Blasen riechen himmlisch nach einer Mischung aus Olivenöl und Zitrone, während ich eine sanfte Massage genieße. Ich liege auf dem Rücken und beobachte die funkelnden Sterne, die Zeit steht still.

hamam frau

Tiefenentspannung pur

Was wie eine Ewigkeit wirkte, ist nach nur etwa 30 Minuten vorbei. Die Massage endet sanft und der Tellak führt mich und meine Begleiterinnen zu den Spülbecken, an denen die Seife abgewaschen wird. Man hilft mir in einen flauschigen Bademantel und Pantoffeln für meine Füße und führt mich zurück in den Camekan, wo gemütliche Liegen darauf warten, dass ich mich eine Weile ausruhe. Ich bekomme ein Glas mit erfrischendem Orangensaft und genieße noch ein wenig die totale Entspannung des Hamams.

Und grade als ich denke, es kann kaum noch besser werden, bittet man mich zu einer einstündigen Massage in die Privaträume neben dem Hamam. Es sind 60 Minuten reine Freude und das perfekte Ende für ein fantastisches Erlebnis. Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch im Hamam! Und wann probiert ihr es aus?

Anne Karayiğit
Anne Karayiğit

Liebt alles an der Türkei. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet sie dort, reist gerne durchs Land und fotografiert die atemberaubende Landschaft.

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