Noch nie von Sal gehört? Die Insel im Atlantik ist eines der Trendziele für den Winter. Ich war eine Woche da und gebe dir meine besten Tipps zur Kapverdischen Insel Sal.
Inhaltsverzeichnis
Wo liegt die Insel Sal?
Die Insel Sal, bekannt als die „Insel des Salzes“, gehört zu den Kapverdischen Inseln und ist die flachste des Inselarchipels. Die Kapverden liegen im Atlantik vor der Küste Westafrikas, ca. 2 Flugstunden südlich der Kanaren. Von Europa aus sind es dank vieler Direktflüge nur 6 h bis zu den ganzjährig warmen Inseln!
Was kann man auf Sal unternehmen?
Anders als die anderen Kapverdischen Inseln, die vor allem Wanderinseln sind, ist die flachste Insel Sal zusammen mit Boa Vista eine „Badeinsel“ mit Traumstränden und warmem, klaren Meer. Auf den ersten Blick wirkt Sal wie eine „Pauschaltouriinsel“ auf der es nicht viel zu sehen gibt. Gemessen an der Größe der kleinen Insel gibt es dennoch genug Attraktionen für ein paar Ausflüge, wenn’s am Strand zu langweilig wird.
1. Santa Maria: DER Touristenort im Süden der Insel




Die heimliche Hauptstadt der Insel Sal ist Santa Maria, ganz im Süden. Die Stadt ist in den letzten Jahren sehr gewachsen und überall wird gebaut und renoviert. Viele Bereiche des Ortes sind Fußgängerzone, so dass du beim Schlendern ganz entspannt die bunten Häuser im Kolonialstil bestaunen und gemütlich ein paar Stunden in einem Straßencafe verbringen kannst. Ja, Santa Maria ist sehr touristisch, aber hübsch gestaltet.


Du möchtest dir eine Flasche Wasser kaufen? Die kleinen kioskartigen Lebensmittelgeschäfte in der Innenstadt sind extrem teuer. Schließlich muss alles importiert werden. Etwas günstiger ist es in der Markthalle und im Supermarkt „Cazu“ außerhalb der Innenstadt.
Am östlichen Ende des Ortes gibt es einen „Muschelfriedhof“ am Strand. Er ist praktisch unter Muscheln begraben. Die allermeisten sind beschädigt, es sieht trotzdem sehr beeindruckend aus. Auf Google Maps nennt es sich „shell cemetery beach“.

Das Highlight ist der lange Sandstrand, der westlich des großen Piers und dem Gebäude mit dem Leuchtturm beginnt. Dort befinden sich Strandbars, Wassersportanbieter, badende Touristen und Einheimische und große Hotelanlagen. Doch Achtung: Die Wellen können sehr hoch und die Strömung sehr stark sein. Zum Planschen für Nichtschwimmer ist es an windigen Tagen (und die sind häufig) eher nichts.
Tipp: die „Beach Bar Olá Brasil“ (gleich das erste Etablissement auf der linken Seite der Strandpromenade vom Zentrum kommend) ist eine auf dem Boden gebliebene Strandbar für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Hier kommst du schnell mit anderen ins Gespräch und bei Sonnenuntergang mit Caipirinha ist das Urlaubsfeeling perfekt.
Um Santa Maria herum gibt es weitere Sehenswürdigkeiten:
- Den Kitesurferstrand im Südosten von Sal
- die Saline wenige hundert Meter nördlich von Santa Maria, die noch heute in Betrieb ist
- die Sanddünen nördlich von Ponta do Sino (in der Nähe der Riu-Hotels)
2. Die Hauptstadt Espargos: das ganz normale Leben
Espargos (zu deutsch: Spargel) wird bei den typischen Rundtouren über die Insel oft ausgelassen. Dabei ist die „Hauptstadt“ im Inselinneren genau deswegen interessant, weil sie so normal ist. Dort kannst du ein anderes Kapverde jenseits der herausgeputzten Häuser und Fußgängerzonen wie in Santa Maria sehen. Besuche die Markthalle oder iss ein typisches Frühstück wie Catxupa und beobachte das geschäftige Treiben. Hier lebt der Großteil der Bevölkerung von Sal, von denen viele im Tourismus arbeiten.


Nach Espargos kommst du von Santa Maria regelmäßig mit den öffentlichen Minibussen, sogar noch spät abends. Oder natürlich per Taxi.
Tipp: Vom Hausberg Monte Curral hast du einen Rundumblick über die ganze Insel und bei gutem Wetter sogar bis zur Nachbarinsel Boa Vista.
Zu wuselig? Die verschlafene Version eines authentischen kapverdischen Ortes ist Palmeira, wenige Kilometer westlich von Espargos. Nur wenn Frachtschiffe und Kreuzfahrtschiffe im Hafen anlegen, ist was los. Ansonsten hast du den Fischerort mit bunten Häuschen für dich.
3. Bester Strand auf Sal


Im Atlantik schwimmen zu gehen ist gar nicht so harmlos wie es aussieht. Das türkisfarbene Wasser sieht paradiesisch aus, aber unsichtbare Strömungen reißen dich ins Meer hinein. Deshalb hatte ich mir vor der Reise Bewertungen durchgelesen und bin so auf den Strand nördlich von Ponta Preta gestoßen, ein paar Kilometer nördlich von Santa Maria. Hier befinden sich einige Hotels und Ferienhausanlagen. Das Highlight ist nicht nur der goldene Sandstrand an sich – die Strände auf Sal sind fast alle wunderschön – sondern der Wellenbrecher.
Egal wie aufgewühlt das Meer ist: im Becken, das durch den Wellenbrecher geformt wird, bist du vor den Wellen geschützt und kannst deinen Urlaub auf einer Luftmatratze oder schwimmend genießen, ohne Gefahr. Ich war im November da und das Meer war warm und geradezu perfekt.
Wie kommt man hin? Von Santa Maria entweder zu Fuß am Strand entlang nördlich der RIU Hotels, dann seht ihr auch die Dünen. Alternativ mit dem Minibus, der Richtung Espargos fährt und dann am Kreisverkehr von Vila Verde, wo man nebenan auch Monstertruck fahren kann, aussteigen und der Straße Richtung Strand folgen.
4. Pedra de Lume: Die Top-Attraktion auf Sal

Beim Anflug kannst du die bekannteste Sehenswürdigkeit der kapverdischen Insel Sal sehen: Die historischen Salinen und den Salzsee.
Umgeben von rauhen Kalkplateaus eines Kraters, kannst du nicht nur den Salzabbau beobachten, sondern auch im Salzsee schwimmen. Besser gesagt, an der Wasseroberfläche schweben wie im Toten Meer! Es lohnt sich auf jeden Fall.
Tipp: Kurz vorher nicht rasieren. Kleinste Hautirritationen brennen im Salzwasser wie Feuer!
Anreise: Entweder kommst du mit dem Taxi, einem Mietwagen oder einer organisierten Tour zum Pedra de Lume.
5. Schwimmen im Blauen Auge

Bei den Einheimischen als Buracona Olho Azul bekannt, ist das „Blaue Auge“ fester Bestandteil alles Rundtouren über die Insel. Den Namen hat das Meeresbecken durch die leuchtende Farbe bekommen, wenn die Sonne im richtigen Winkel auf das Wasser scheint. Die organisierten Touren passen den Zeitpunkt so ab, dass du das Farbenspiel zu sehen bekommst. Ansonsten kannst du auch einfach eine Runde im Meeresbecken zwischen den Felsen schwimmen (oder tauchen).

Info: Das Blaue Auge oder „Blue Eye Cave“ liegt an der Nordwestküste nördlich von Palmeira. Entweder nimmst du an einer organisierten Tour teil oder kommst mit dem Taxi oder Mietwagen. Es kostet Eintritt und durch die Tourgruppen ist es zu bestimmten Uhrzeiten überlaufen.
6. Botanischer Garten Viveiro

Auf der ansonsten sehr kargen Insel Sal ist der botanische Garten Viveiro ein kleines grünes Paradies. Er ist gleichzeitig ein Minizoo mit Ziegen, Kaninchen und Vögeln. Für Kinder besonders schön, aber auch Erwachsene werden auf 3 Hektar die gepflegte Flora genießen und an tropischen Blüten schnüffeln wollen. Es gibt vor Ort Snacks zu kaufen.
Info: Der Eintritt kostet umgerechnet 5 Euro (2024). Der Garten liegt an der Straße von Santa Maria nach Espargos, wenige Kilometer nördlich von Santa Maria. Mit dem Aluguer gut erreichbar oder alternativ mit dem Taxi.
7. Fata Morgana in der Terra Boa

Die Ebene der Terra Boa ist wüst und leer – auf den ersten Blick. An der richtigen Stelle hingegen wirst du ausgedehntes Flimmern am Horizont entdecken. Hier sind bei heißem Sonnenschein Fata Morganas an der Tagesordnung.
Anreise: Mit dem Mietwagen findest du eventuell nicht die richtige Stelle auf dem unbefestigten Terrain im Norden des Insel. Schließe dich einer organisierten Tour an. Es gibt auch Quadtouren.
8. Tourinepp Shark Bay
In der Haifischbucht kannst du Zitronenhaie beobachten, besser gesagt sie schwimmen an deinen Beinen vorbei. Klingt nach einer einzigartigen Begegnung mit der Natur? In Wirklichkeit werden die Touristen busweise angekarrt, waten in (ausgeliehenen) Wasserschuhen durchs flache Wasser bis sie die Stelle erreichen, an der ein Einheimischer die Haie füttert. Damit wird nicht nur das natürliche Verhalten der Haie gestört, auch das ganze Ökosystem gerät dadurch ins Ungleichgewicht. Ich würde es lassen!
Tipp: Wenn du die Inselfauna nachhaltig unterstützen möchtest, schau dir die Schildkröten-Projekte wie die der TUI Care Foundation und Projeto Biodiversidade an. Die Meeresschildkröte Caretta Caretta legt an den Inselstränden ihre Eier ab.
Wandern auf Sal
Wer die anderen Kapverdischen Inseln besucht hat, wird beim Thema Wandern und Sal nur mit dem Kopf schütteln. Trotzdem gibt es auf der eher flachen Insel einige „Berge“ zu erklimmen. Am beliebtesten sind die Serra Negra an der Ostküste und der Monte Leao an der Westküste.
Wassersport auf Sal
Sal ist die Insel für Kitesurfer! An manchen Stränden pustet es einen förmlich weg – ideale Bedingungen für Kitesurfer. Die besten Monate für Kitesurfing auf den Kapverden sind Dezember bis Mai. Der Strand von Ponta Preta ist das Mekka der Kitesurfer.
Tauchen und Schnorcheln wiederum ist von Mai bis November lohnenswerter, da das Meer weniger aufgewühlt und die Sicht besser ist. Bootstouren starten vor allem in Santa Maria.
Mit dem Katamaran geht es sogar bis zur Nachbarinsel Boa Vista. Ansonsten werden auch Touren für Angler angeboten.
Kulinarische Spezialitäten auf Sal
Die Kapverden haben durch ihre eher karge Vegetation keine Haute-Cuisine hervorgebracht, aber trotzdem schmackhafte Gerichte, die du probieren solltest. Die Kapverdianer zaubern auf dem Grill saftige Thunfischsteaks, die sogar ich als Fischhasser gerne gegessen habe!
Tipp: Günstiger als anderswo kannst du hier Languste und Hummer probieren.
Bodenständiger ist das Arme-Leute-Gericht „Catchupa/Catxupa„. Es ist ein herzhafter Eintopf aus Mais, Bohnen, Süßkartoffeln, anderem Gemüse und manchmal auch Fleisch oder Fisch. Zum Frühstück wird die Catchupa vom Vortag gebraten und mit Ei getoppt serviert. Macht den ganzen Tag satt und ist günstig!
Bei den Getränken sind Ponche und Grogue aus Zuckerrohr pur oder als Zutat für Cocktails die härtere Auswahl als das Kapverdische Bier „Strela„. Teurer, aber ein edler Tropfen ist der Wein von der Insel Fogo. Ein tolles Mitbringsel ist der Kaffee aus Fogo.
Fazit: Sal lohnt sich
Wie du siehst bietet Sal viel mehr als gedacht und hält einige Überraschungen bereit. Wenn du kannst, solltest du unbedingt noch andere Kapverdische Inseln besuchen und Sal am Ende als „Badeverlängerung“ dranhängen. Selbst wenn du nur den Strand genießt und keine Ausflüge machst, ist Sal vor allem im Winter eine sehr gute Wahl.
Fragen und Antworten zu Sal
Transport: Wie man sich auf Sal fortbewegt
Einen Mietwagen brauchst du nur, wenn du dir die Insel komplett unabhängig anschauen möchtest, aber mit mehreren Personen lohnt sich auch ein Taxi und alle können sich auf den Ausblick konzentrieren. Manche Strecken sind unbefestigt und durch den felsigen Untergrund muss man offroad gut aufpassen, wohin man fährt. Mit dem Taxi vom Flughafen nach Santa Maria sollte es nicht mehr als 20 Euro kosten.
Ein organisierter Ausflug, den du im Hotel oder schon vorher buchen kannst, oder spontan in Santa Maria bei einem der vielen Anbieter, bringt dich an einem Tag zu den Sehenswürdigkeiten Sals. Meiner Meinung nach die beste Wahl, wenn du einen Badeurlaub machst und trotzdem etwas von der Insel gesehen haben willst. Es gibt auch organisierte Quadtouren, wenn es dir im Auto oder Bus zu „normal“ ist.
Das öffentliche Verkehrsmittel auf Sal – und überall auf den Kapverden – ist der Aluguer. Ein Kleinbus, der überall hält, um Fahrgäste aufzulesen und rauszulassen. Die Achse Espargos-Santa Maria wird den ganzen Tag hindurch von Aluguers abgefahren. Die Fahrt kostete im November 2023 ca. 1 Euro pro Person. Wir haben in der lokalen Währung Escudo gezahlt, daher weiß ich nicht, ob Euro akzeptiert wird. In Santa Maria ist der „Busbahnhof“ am Anfang der Rua Amilcar Cabral.
Mit dem Katamaran kann man die Nachbarinsel Boa Vista erreichen, auch als Tagesausflug.
Wie lange fliegt man nach Sal Kap Verde?
Von Mitteleuropa aus sind es ca. 6 Flugstunden bei einem Direktflug. Vor allem die Airlines der TUI fliegen von vielen größeren Städten Europas Sal direkt an. Am Flughafen in Sal konnte man eine 1,5 l Flasche Wasser für 2 Euro erwerben. Günstiger als im Flugzeug ist es allemal!
Tipps für Tuifly: Bestelle ein Essen vor. Der Flug ist lang und beim Essen sind auch Getränke enthalten. Die Sitzabstände sind auch für mittelgroße Menschen recht eng. Investiere in einen Sitz mit mehr Beinfreiheit. Entertainment gibt es keines. Bring dir dein eigenes Entertainment in Form von Büchern oder Filmen mit.
Beste Reisezeit für Sal
Sal hat das ganze Jahr über ein angenehmes Klima, aber es gibt einige idealere Zeiträume.
November bis Juni:
– Trockenzeit
– Optimal für Strand- und Wassersport
– Wenig Regen und viel Sonne, aber auch viel Wind
– Temperaturen zwischen 24°C und 29°C
Juli bis Oktober:
– Etwas mehr Niederschläge
– Temperaturen um die 30°C
– Angenehme Meerestemperaturen für Schwimmer und Taucher, gute Sicht
Ich war im November da und wenn es sehr windig war, war es sogar fast kühl. Dennoch super, um grauem Wetter zu entfliehen und Sonne zu tanken. Ein besseres Reiseziel im europäischen Winter mit dieser Flugdauer wirst du nicht finden! Im Frühjahr und Herbst kannst du Zugvögel bewundern.
Mein Tipp: Wenn du deine Haare/Glatze/Ohren schützen möchtest, ist ein Schlauchtuch am besten. Durch den starken Wind fliegt jede andere Kopfbedeckung weg.
Wo ist es am schönsten auf Sal?
Das ist natürlich subjektiv, aber mein Lieblingsort ist der Strand am Wellenbrecher beim Bikini Beach Club.
Sind die Kapverden teuer?
Leider ja, da vor allem Energie und Lebensmittel importiert werden müssen. Wir haben 4 der 9 bewohnten Inseln besucht und die Infrastruktur und die Lebensumstände haben mich positiv überrascht. Die Inselgruppe ist von einem Entwicklungsland zum „Land mit mittlerem Einkommen“ aufgestiegen und Festlandafrikaner kommen zum Arbeiten auf die Kapverden. Allein deswegen kann es nicht „billig“ sein.
Sal ist sehr karg und trocken, hat aber eine Meerwasserentsalzungsanlage und Strom durch Solarparks und produziert etwas Obst und Gemüse für den Eigenbedarf. Trotzdem müssen die allermeisten Lebensmittel importiert werden und diese sind dementsprechend teuer.
Preise in Santa Maria:
Getränke: Ein Bier kostet in der Regel um die 2 Euro, während Cocktails in Strandbars zwischen 5 und 10 Euro kosten können.
Essen: in den Restaurants an der Promenade oder in der Fußgängerzone kostet ein Hauptgericht ab 10 Euro.
All-Inclusive-Hotel oder Ferienwohnung auf Sal?
Meiner Meinung nach lohnt sich All Inclusive am meisten. Es gibt zwar eine große Auswahl an Ferienwohnungen und -häusern, aber die Lebensmittelauswahl in Santa Maria ist klein und sehr teuer. Essen gehen geht auch ins Geld, wenn man nicht in dritter Reihe Catchupa essen will. Die Flüge sind je nach Anbieter fast so teuer wie eine Pauschalreise mit Hotel und Flug.

