Erst brettern, dann abschlagen: Skifahren vs. Golf
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Erst brettern, dann abschlagen: Skifahren vs. Golf

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05 Apr Erst brettern, dann abschlagen: Skifahren vs. Golf

Vormittags Spuren in den Schnee ziehen und nachmittags den richtigen Abschlag beim Golf am Green der Alpen genießen – so heißt meine heutige Mission! Und ich bin schon gespannt, aber so richtig – ein passabler Skifahrer bin ich, aber das Golfen am Green ist für mich Neuland, mehr als einige spannende Partien am Minigolfplatz kann ich leider nicht vorweisen. 😀 Gut, dass unser Hoteldirektor Bernhard Haselsteiner sogar bei Golfturnieren ganz vorne mitspielt und mich nach dem Skifahren als seinen Padawan mit zum Golf nimmt.

Der Dachstein – eine Welt über den Dingen

Es ist acht Uhr, meine Skiausrüstung ist bereits im Genussmobil des TUI BLUE Schladming, einem BMW I3, eingeladen. Mit seinen 170 Elektro-PS macht der lautlose Flitzer ganz schön Spaß, das muss ich zugestehen. Eigentlich bin ich kein großer Freund der Elektroautos, doch umso weiter ich mit dem bayrischen Stromwunder den Dachstein erklimme, desto cooler finde ich es.

Blick auf Dachsteinmassiv

Das beeindruckende Dachsteinmassiv

Am Parkplatz angekommen, blicke ich etwas zweifelnd der Bergstation entgegen. Das Wetter ist top, aber es ist der 1. Mai, nicht unbedingt ein Datum, das ich mit dem Skifahren assoziieren würde. An den steilen Felswänden sieht man das Schmelzwasser hinunterlaufen, immer wieder lösen sich Lawinen und lassen donnernde Geräusche durch die Luft gehen. Glaubt man gar nicht, wie viel Kraft in einer Nassschneelawine steckt, wenn sie auf die kargen Felswände knallt – allein für den Anblick hat sich die Fahrt gelohnt.

Ab in die Gondel – jetzt werden die 3.000 Meter geknackt

Geschafft, ich bin in der Gondel! Diesmal habe ich sogar die Panoramagondel ergattert, welche eine Aussichtsplattform auf dem Dach hat. So kann man sich während der Fahrt nach oben begeben und die Höhe quasi fühlen. Da ein paar Kinder an Bord sind, überlasse ich ihnen die Aussicht – ich habe sowieso gerade Miro getroffen, einen Kollegen den ich noch vom „Skilehrern“ kenne. Skilehrern sagt man in Österreich zum Arbeiten als Skilehrer, ähnlich wie „Tischlern“, „Zimmern“ etc. Kurzer Hand entschließen wir uns, zusammen den Berg unsicher zu machen.

blick auf panoramagondel dachstein

Blick auf die Panoramagondel am Dachstein

Winter wonderland?

Oben angekommen, traue ich meinen Augen kaum! Frau Holle hat uns doch tatsächlich drei Meter Neuschnee auf den Gletscher gezaubert und ich mit den Pistenski am Berg, typisch. Meine Gedanken an das Green verfliegen sofort, jetzt gibt es erst einmal das „White“. Doch etwas anderes zieht meine Aufmerksamkeit auf sich – was macht denn der Mann dort drüben bei der Aussichtsplattform? Sogleich die nächste Überraschung: Er füttert Raben, die auf seiner Hand sitzen!

dachstein rabe

Ein Rabe will hoch hinaus… 😉

Das will ich auch probieren! In Ermangelung von Vogelfutter, frage ich den die Vögel fütternden Herren, ob ich mir etwas von ihm schnorren dürfte. „De mengans am liabsten“ sagt er, und reicht mir ein paar Manner Schnitten. Keine zwei Minuten später gelingt mir dieser Schnappschuss.

Zeit zum Skifoahn!

Miro und mir ist beim Blick zu dem Sessellift sofort klar, der präparierte Teil des Berges ist für uns heute uninteressant, denn lockere frische Tiefschneehänge warten darauf, mit Spuren versehen zu werden. Eine österreichische Skilehrerikone sagte mal: „Richtiges Skifahren ist es nur, wenn man sich umdreht und seine eigenen Spuren sehen kann.“, gerne leisten wir dem Folge.

michi skifahren

Bereit für den Neuschnee!

Ich fühle mich wie ein Kind in Disney Land, oder noch viel besser. Für mich persönlich ist das einfach das Geilste, was ich mir vorstellen kann, ein Gefühl wie fliegen! Der Schnee ist von einer derart überragenden Qualität, dass wir beide die Welt nicht mehr verstehen. Am ersten Mai finden wir Bedingungen vor, wie man sie sich im tiefsten Winter wünscht. Der Schnee fliegt während der Fahrt gegen das Gesicht. Er ist so pulvrig, dass ich mit meinen kurzen Slalomski ganz schön zu kämpfen habe. Vor allem nach den Sprüngen wird’s kritisch. Wenn man da das Gewicht nicht 50:50 auf linkem und rechten Ski verteilt hat, dann ist einer gleich mal im Schnee verschwunden und der Sturz lässt nicht mehr lange auf sich warten. Halb so wild, bei drei Metern Pulverschnee landet man ja weich.

Und jetzt noch auf’s Green?

Ehe ich mich versehe ist’s bereits kurz vor 12 Uhr. Ich muss los, denn jetzt verliere ich gleich meine Golferjungfräulichkeit, denn es heißt: Ab auf das Green! An dieser Stelle verabschiede ich mich von Miro und mache mich auf den Weg zur Gondel.

golfplatz panorama schladming

Das Bergpanorama weiß zu beeindrucken.

Alles eingeladen, fahre ich in Richtung Hotel, ziehe mich schnell um, genieße noch das wunderbare Mitarbeitermittagessen und folge anschließend unserem Hoteldirektor und Golfass Bernhard zum Genussmobil. Ein wenig nervös bin ich doch. Das erste Mal am Golfplatz, wäre es für’s Ego nicht schlecht, vor dem Chef eine passable Leistung abzuliefern.

Paradies Hallo? Der Golfplatz Dachstein-Tauern

Am Golfplatz angekommen, bin ich erstmal baff. Der Rasen sieht aus, als wär’s kein echter – doch scheinbar arbeiten hier Begrünungskoryphäen. Ich fahre mit der Hand durch das satte Grün, reiße einen Halm aus und rieche daran– das ist wirklich echter Rasen. Insgeheim überlege ich, wie ich den Greenkeeper für meinen Garten zu Hause gewinnen kann, als ich plötzlich ein herzliches „Grias eink“ höre.
Siehe da, der Besitzer ist hier und begrüßt uns! Als ambitionierter Golfer kennt Bernhard ihn natürlich gut, die zwei Unterhalten sich wie alte Freunde. Cool! Wenn’s so locker läuft, vielleicht ist das doch nicht so elitär, wie ich immer dachte.

golfcart schladming

Mindestens so toll wie Golf, das Cart fahren

Der Inhaber Franz Wittmann jr. erzählt mir stolz, dass wir uns auf einem der „Leading Golf Courses“, ein besonderes Qualitätsmerkmal, befinden. 18 wunderschöne und fordernde Löcher designed by Bernhard Langer. Wir werden mit einem Golf-Cart ausgestattet, einem kleinen elektrischem Auto, und auch die restliche Ausrüstung habe ich mir ausgeborgt. Wir sind bin bereit zum Golfen!

Noch ist kein (Golf)-Meister vom Himmel gefallen

Bernhard sagt, dass wir uns zuerst an der Driving Range warmschlagen. Bei der Driving Range schlägt man nur ab, auf Teufel komm raus und um sich für die Runde aufzuwärmen. Relativ bald kommt mir die ernüchternde Erkenntnis: Wie weit der Ball beim Golf fliegt, hat überhaupt nichts damit zu tun, wie fest man ihn trifft. Diese Barriere wird mich noch den ganzen Tag begleiten.

berhard abschlag golf schladming

Hoteldirektor Bernhard beim Abschlag

Während Bernhard einen Ball nach dem anderen ins Nirvana schickt, kämpfe ich noch damit, ihn überhaupt zu treffen. Bekanntlich findet auch ein blindes Huhn ein Korn, wenn es nur lang genug sucht. Dies bewahrheitet sich, als ich bei Versuch X knapp 60 Meter weit schlage. Für einen Golfer wohl ein lächerlicher Wert, im Vergleich zu meinen paar Metern davor aber trotzdem relativ gut. Schnell stellt sich heraus, dass ich das nicht so einfach reproduzieren kann.

Doch es wird besser. Mein Ehrgeiz ist geweckt und nach einer guten Stunde verlassen wir die Driving Range und setzen uns in den Golfplatz-Porsche in Richtung des ersten Lochs.

Jetzt geht´s los! Das TUI BLUE Hole

Ich stehe beim Abschlag und stell fest, dass das erste Loch am Platz nach uns benannt ist, wie cool ist das denn? Daneben ein weiteres Schild, Par 4, HCP 13, 312|292|249|238. Ratlosigkeit macht sich breit, was bedeutet das? Abermals bringt Bernhard sogleich etwas Licht in meine geistige Umnachtung. Jedes Hole beim Golf hat ein definiertes Par, dieses gibt an, wie viele Schläge ein sehr guter Golfer, ein sogenannter Scratch-Spieler, benötigt, um den Ball zu versenken. HCP 13 gibt an, wie schwierig das Hole zu spielen ist, wenn man es mit den anderen am Platz vergleicht. Bei dem Schwierigsten steht HCP 1, beim leichtesten HCP 18.

schild golf schladming

Alles Wissenswerte zum Hole findet sich auf dieser Tafel.

Zudem hat jeder Golfer ein Handicap, dies dient zur Einstufung des Könnens. Summiert man die „Pars“ aller Löcher, ergibt sich bei einem 18-Loch-Platz meistens ein Wert zwischen 70 und 72. Benötigt man nun beispielsweise beim TUI BLUE-Hole statt den vorgegebenen vier Schlägen sieben, sind das drei Schläge zu viel. Gehen wir nun davon aus, dass sich das bei allen Löcher fortsetzt. Am Ende habe ich dann eine Summe von 126 Schlägen, die Differenz zu 72 ist mein Handicap. -54, was das höchste Handicap darstellt, das man haben kann.

Das ganze dient dazu, Spielrunden mit Spielern verschiedener Spielstärken vergleichbar zu machen. 312|292|249|238 gibt an, wie viel Meter der Abschlag vom Hole entfernt ist. Je schlechter das Handicap, desto näher darf man an das Hole beim Abschlag. Bernhard steht also 292 Meter weit entfernt, ich 238.

Jetzt aber wirklich!

So, genug Theorie jetzt! Learning by doing ist meine Devise und so legen wir los. Bernhard haut das Ding weiter als ich sehen kann und ich grabe souverän den Acker um. Ich probiere mich nochmal. Abermals kein Versuch, der in die Annalen der Golfgeschichte eingehen wird, aber zumindest habe ich diesmal den Ball getroffen. Mehr schlecht als recht kämpfe ich mich zum tatsächlichen Green vor, dort wird der Rasen kürzer, ab jetzt „putten“ wir. Erstaunlicherweise stelle ich mich hierbei gar nicht so blöd an. Zwei Schläge später ist das Ding endlich im Loch und ich bin erleichtert. Währenddessen hat Bernhard aus Langeweile den Getränkeservice gerufen, er hatte genug Zeit dank meines überschaubaren Talents. Ein gut gelaunter Mitarbeiter überreicht uns zwei kleine Bier und nennt diese zu unserer Erheiterung Hopfensmoothie – jetzt geht’s mir gleich ein wenig besser.

golfplatz schladming

Der Ball ist bereit, treffe ich ihn dieses Mal?

Steter Tropfen höhlt den Stein

Hole für Hole schreiten wir voran und schreiben unsere Punkte nieder. Bernhard spielt eine Top-Partie, meine Punktekarte liest sich fast wie ein Telefonbuch. Aber egal, Spaß macht Golf trotzdem und ich gewinne dem Spiel immer mehr ab.

Während ich mich bei Hole 6 auf den Abschlag konzentriere, trifft Bernhard einen guten Freund, den Wolfi, der sich unserem Flight anschließt. Wir überlassen Wolfgang den Vortritt und der knallt mir nichts dir nichts einen Ball direkt neben die Fahne am Grün. Dies ist für Hobby-Golfer ein besonderes Highlight, und die allgemeine Aufregung und Freude ist bei allen sehr groß.

wolfi golf schladming

Wolfi direkt nach dem Abschlag

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

Mittlerweile ist es bald 18 Uhr, es dämmert schon, also beenden wir unsere Runde bei Hole 9. Das spielt mir in die Karten, denn nochmal neun Löcher wären eine Hiobsaufgabe für mich geworden. Golfen ist mit der Zeit auch anstrengend, zudem habe ich ja bereits am Dachstein ganz schön Gas gegeben.

Über den Endpunktestand brauchen wir jetzt hier nicht zu reden. Bernhard hat ein paar Schläge über Par gespielt, eine sehr gute Leistung. Ich habe ein paar Par mehr gebraucht! 😀 Alles in allem hatte ich einen richtig coolen Tag! Vom der Piste auf’s Green kann ich nur empfehlen! Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss und so wird es in Kürze wird es ein eigenes TUI BLUE-Golf-Cart geben, das exklusiv für unsere Gäste reserviert ist.

So, und jetzt geht’s ab nach Hause, die Couch ruft schon nach mir. Bis bald und vielen Dank für’s Lesen! 

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Michael Ptas

Nach Schladming zum Urlaub gekommen und zum Leben geblieben. Als begeisterter Skifahrer und Mountainbiker bin ich immer auf der Suche nach dem perfekten Mix aus Action und Panorama bei meinen Touren.

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